Die Initiative Faire Mobilität des Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) betreibt bundesweit Standorte – darunter Oldenburg in Niedersachsen – und bietet mehrsprachige Beratung für mobile Beschäftigte aus dem EU-Ausland. Hier geht es vor allem um arbeits- und sozialrechtliche Fragen, aber auch um die unmittelbaren Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen, die zum Teil von Missständen und prekären Abhängigkeitsverhältnissen geprägt sind. Das betrifft die Fleischindustrie, die Baubranche oder die Kurier-, Express- und Paketdienstbranche. Nur ein vergleichsweise geringer Teil der Arbeitskräfte sucht dann rechtlichen Beistand und eine effektive Interessenvertretung ist aus verschiedenen Gründen oft nicht möglich.
Der Landesbeauftragte Deniz Kurku besuchte das Team beim DGB in Oldenburg und nahm Stellung:
„In vielen Branchen werden vor allem ausländische Arbeitskräfte über komplexe Subunternehmerstrukturen beschäftigt. Das führt immer wieder zu prekären Arbeitsbedingungen bis hin zur Ausbeutung: Kündigungen ohne Abfindung, unrechtmäßigen Abzügen oder gar Rückforderungen von Krankengeld – das alles ist auch in Niedersachsen keine Seltenheit. Umso wichtiger ist die Arbeit der Beratungsstellen, aber auch der weitere politische Einsatz, dieser menschenunwürdigen Beschäftigungspraxis den Riegel vorzuschieben. Ein Subunternehmer-Verbot in der Paketdienstbranche, wie es im fleischverarbeitenden Gewerbe bereits gibt, wäre hier eine von weiteren möglichen Maßnahmen.“
Herzlichen Dank an Raluca Gheorghe, Piotr Mazurek und Klaudia Hanisch aus dem Beratungsteam Region Nordwest sowie an Christian Altkirch (DGB) für den hoch informativen Austausch und den tiefen Einblick in eure wertvolle Arbeit!