Niedersächsischer Integrationspreis 2026: Vielfalt leben, Zivilcourage zeigen – ein starkes Niedersachsen für alle!

Ministerpräsident Olaf Lies und der Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe Dr. Mehrdad Payandeh zeichnen Preisträgerinnen und Preisträger aus

Mit Projekten für Respekt, gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratisches Engagement haben Initiativen, Vereine, Kommunen und Bildungseinrichtungen aus ganz Niedersachsen beim Niedersächsischen Integrationspreis 2026 überzeugt. Ministerpräsident Olaf Lies und der neue Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Dr. Mehrdad Payandeh, haben am (heutigen) Mittwochabend gemeinsam mit der Jury die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger in Hannover ausgezeichnet.

Der Preis stand in diesem Jahr unter dem Motto „Vielfalt leben, Zivilcourage zeigen – ein starkes Niedersachsen für alle!“ und war mit insgesamt 24.000 Euro (vier Mal je 6.000 Euro) dotiert. Der Integrationspreis wurde bereits zum 17. Mal vergeben. Das Bündnis „Niedersachsen packt an“ vergab zum elften Mal seinen Sonderpreis – ebenfalls mit einem Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro. Der LandesSportBund Niedersachsen lobte in diesem Jahr das dritte Mal einen Sonderpreis in Höhe von 6.000 Euro aus.

Ministerpräsident Olaf Lies betonte: „Vielfalt ist eine Stärke unseres Landes. Die heute ausgezeichneten Projekte zeigen eindrucksvoll, dass Zusammenhalt dort wächst, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Sie setzen ein Zeichen gegen Ausgrenzung und für eine offene, demokratische Gesellschaft. Mit ihrem Engagement machen die Preisträgerinnen und Preisträger Niedersachsen jeden Tag ein Stück stärker!“

Der Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Dr. Mehrdad Payandeh, erklärte: „Wo Menschen einander begegnen, mitreden, mitgestalten und füreinander einstehen, da wächst Demokratie. Genau das leisten die heute ausgezeichneten Initiativen: Sie stärken nicht nur die Teilhabe und Zugehörigkeit zugewanderter Menschen, sondern sorgen für ein würdevolles Miteinander unserer gesamten Gesellschaft. Dieses Engagement ist gerade in unserer heutigen Zeit von unschätzbarem Wert.“

Die Preisverleihung fand im Rahmen eines Festaktes mit über 200 geladenen Gästen im Alten Rathaus in Hannover statt. Die Veranstaltung wurde von Jan Sedelies moderiert.

Mit dem Niedersächsischen Integrationspreis 2026 wurden Projekte und Initiativen ausgezeichnet, die sich ehren- oder hauptamtlich für Teilhabe, Zusammenhalt und eine offene Gesellschaft einsetzen. Die rund 130 Bewerbungen zum diesjährigen Integrationspreis zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und ideenreich sich Menschen in Niedersachsen für Zusammenhalt, Teilhabe und ein respektvolles Miteinander engagieren. Die ausgezeichneten Projekte stehen beispielhaft für das Engagement zahlreicher Vereine, Verbände, Initiativen, Institutionen, Stiftungen, Schulen und Kindergärten im ganzen Land.

Ein wesentliches Ziel des Niedersächsischen Integrationspreises ist es, gute Projekte, Initiativen und Ansätze öffentlich zu machen und gleichzeitig dazu zu ermuntern, derartigen Beispielen zu folgen und neue Ideen zu entwickeln. Auf der Website des Niedersächsischen Integrationspreises www.niedersächsischer-integrationspreis.de werden die Preisträgerinnen und Preisträger der letzten Jahre mit ihren Projekten in Kurzfilmen vorgestellt. Darüber hinaus finden Sie hier auch weitere Informationen zum Integrationspreis, beispielsweise über die Jurymitglieder, die Pressemitteilungen, den Ausschreibungstext, etc.

 

Weitere Informationen zum Niedersächsischer Integrationspreis 2026

Die Jury

In diesem Jahr gehörten zur Jury:

  • Bodo Busse, Intendant der Staatsoper Hannover
  • Dr. Riem Hussein, Schiedsrichterin des DFB, Apothekerin
  • Bahar Kizil, Sängerin, Podcasterin, Schauspielerin, Moderatorin und Speakerin
  • André Kwiatkowski, Präsident des LandesSportBundes Niedersachsen e.V.
  • Hans-Joachim Lenke, Vorstandssprecher der Diakonie Niedersachsen
  • Denise M’Baye, Schauspielerin, Sängerin und Rapperin

 

Die Preisträgerinnen und Preisträger

If a Bird e.V., Kreisfreie Stadt Braunschweig, mit dem Projekt „If a Bird Academy“

Die If a Bird Academy ermöglicht Kindern und Jugendlichen kostenfreien Zugang zu Musik, kreativer Bildung und kultureller Teilhabe. In einem sicheren, inklusiven Raum können Jugendliche ihre Talente entdecken, ihr kreatives Potenzial entfalten und ihre Stimme sichtbar machen, unabhängig von finanziellen, sozialen oder kulturellen Voraussetzungen. Die Vision: Musik für alle zugänglich machen und junge Stimmen sichtbar werden lassen. Integration wird für Kinder und Jugendliche konkret erfahrbar, Barrieren werden abgebaut, Begegnung, Austausch und ein dauerhaftes Gefühl von Zugehörigkeit sowie Gemeinschaft und gesellschaftlicher Teilhabe werden gefördert. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Empowerment marginalisierter Jugendlicher durch die Möglichkeit, ihre Talente in sicheren, diskriminierungssensiblen Räumen zu entdecken, ihre Selbstwirksamkeit zu stärken und ihre Bildungschancen zu verbessern. Im Fokus stehen auch die Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit für Themen wie Rassismus, Feminismus, Gleichberechtigung, Diskriminierung und gesellschaftliche Verantwortung.

 Samtgemeinde Bersenbrück, Landkreis Osnabrück, mit dem Projekt „StoP-Bersenbrück“

StoP-Bersenbrück als Teil des StoP-Deutschland Netzwerkes ist ein wissenschaftlich fundiertes Handlungsmodell zur Prävention und Intervention bei häuslicher Gewalt mit dem Schwerpunkt auf Gewalt gegen Frauen. Es ist das erste Projekt dieser Art im ländlichen Raum in Deutschland. In einem 8-stufigen-Konzept werden durch lokale Öffentlichkeitsarbeit, den Aufbau unterstützender sozialer Netzwerke und Stärkung von zivilgesellschaftlichem Engagement nachhaltige Bewusstseins- und Verhaltensänderungen vor Ort erreicht. Im Fokus stehen zudem die Gleichberechtigung aller Geschlechter, Demokratie und die Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Ziel des Projektes ist u.a. der Aufbau eines Netzwerkes von Frauen und Multiplikatorinnen, die über partnerschaftliche Gewalt aufgeklärt werden. Dabei werden Warnsignale erlernt und Zivilcourage geübt mit dem Ziel, dass partnerschaftliche Gewalt kein Tabuthema mehr ist. Ein weiteres Ziel ist das Aufbrechen und Verändern von alten Strukturen, da diese besonders im ländlichen Raum gefestigt sind.

 Stellwerk Zukunft gGmbH, Landkreis Vechta, mit dem Projekt „Werte Kids – ein Kunstprojekt für Grundschüler zu den Themen Menschenrechte, Vorurteile, Haltungen und demokratische Werte“

Seit 2018 wird das Kunstprojekt Werte Kids für Grundschüler zu den Themen Menschrechte, Vorurteile, Haltungen und demokratische Werte an den Grundschulen im Stadtgebiet Vechta durchgeführt. In Workshops malen Kinder unter pädagogischer und künstlerischer Anleitung zu den Themen entsprechende Bilder. Abgerundet wird das Projekt durch eine Vernissage im Rathaus der Stadt Vechta, bei der jedes Kind Auskunft zu seinem erstellten Bild geben kann. Durch die Arbeit werden u.a. Werte wie Respekt, Fairness, Vertrauen, Ehrlichkeit, Verantwortung und Empathie vermittelt. Werte Kids fördert dadurch sowohl die inhaltliche als auch kreative Auseinandersetzung mit demokratischen Werten. Gleichzeitig unterstützt es das Erkennen der eigenen Werte, den Abbau von Vorurteilen und leistet Orientierungshilfe.

Aktion Liebe Deinen Nächsten e.V., Landkreis Hameln-Pyrmont, mit dem Projekt „Sei eine Stimme“

„Sei eine Stimme“ ist ein interdisziplinäres, dynamisches Foto-Wanderausstellungsprojekt, das gesellschaftliche Themen aufgreift und demokratische Werte fördert. Gezeigt werden zeitgenössische Persönlichkeiten aus Sport, Unterhaltung, Wissenschaft und Politik, die Statements für Courage, Respekt, Selbstwert und Menschenwürde abgeben. Rassismus, Mobbing und Diskriminierung werden klar abgelehnt. Über ein interaktives Begleitprogramm kommen die Ausstellenden mit den Besucherinnen und Besuchern in den Austausch. Ziel ist die Stärkung von Vorbildern durch Impulse und die Bekräftigung dafür, die eigenen Stimme im persönlichen Umfeld für demokratische Werte wie Vielfalt und Menschenwürde einzusetzen und Zivilcourage zu zeigen. Die eigenen Werte können reflektiert werden und es wird ermutigt, sich couragiert gegen jede Form von Diskriminierung einzusetzen.

 

Sonderpreis des Bündnisses „Niedersachsen packt an“:

 

Bürger helfen Bürgern Clausthal-Zellerfeld mit allen Ortschaften e.V., Landkreis Goslar, mit dem Projekt „Ein bunter Strauß an Möglichkeiten zur Integration und Teilhabe“

Der Bürger helfen Bürgern Clausthal-Zellerfeld mit allen Ortschaften e.V. ist freier Träger der Jugendhilfe und bietet wöchentliche Kurse zur Integration und Teilhabe für Kinder und Jugendliche an. Neben einer Deutschsprachförderung gibt es für das tägliche, vielfältige Programm mit u.a. Zeichen-, Ballett-, Tanz- und Schwimmangeboten   eine kontinuierliche pädagogische Begleitung. Kinder und Jugendliche werden in ihrer persönlichen, sozialen und sprachlichen Entwicklung gefördert. Durch die vielfältigen Bildungs-, Sport- und Kreativangebote werden u.a. Integration, Teilhabe und Chancengleichheit gestärkt, Selbstvertrauen aufgebaut und die Deutschkenntnisse verbessert. Das Projekt bietet den Kindern und Jugendlichen einen geschützten Raum, in dem sie soziale Bindungen aufbauen und pflegen können sowie ein respektvolles Miteinander im Alltag lernen.

 

Sonderpreis des LandesSportBundes Niedersachsen e.V.:

 

BaKoS – Die Osnabrücker Ballschule e.V., Kreisfreie Stadt Osnabrück, mit dem Projekt „Sport vernetzt – Vielfalt leben im Quartier“

Der Osnabrücker Ballschule e.V. bietet Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein regelmäßiges Sportangebot sowie eine Moonlight Sport Night. Durch das Projekt erfahren die Teilnehmenden direkte Begegnung, Teilhabe und entwickeln Vorbilder im Quartier. In zusätzlichen Netzwerkveranstaltungen, z. B. der Bewegungswerkstatt, werden alle Altersgruppen einbezogen und erleben ein vielfältiges, solidarisches Miteinander. Insbesondere Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte werden durch sportbasierte Bildungs- und Teilhabeangebote gefördert. Durch enge Kooperationen mit Schulen, Kitas und Vereinen werden durch Bewegung, Begegnung und Patenschaften Sprachkompetenz, Selbstvertrauen und Gemeinschaftssinn für ein respektvolles, starkes Niedersachsen im Sinne gelebter Vielfalt und Zivilcourage gestärkt. Das Projekt schafft Räume, in denen Vielfalt selbstverständlich gelebt und interkulturelle Begegnung ermöglicht wird.

 

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