Abschlussveranstaltung des Videowettbewerbs „Heimat – Vertrieben“ im Niedersächsischen Landtag

Mit einer feierlichen Preisverleihung, der Präsentation ausgewählter Wettbewerbsbeiträge und einer erkenntnisreichen Diskussion hat der Videowettbewerb „Heimat – Vertrieben“ am 8. April 2026 im Forum des Niedersächsischen Landtages seinen Abschluss gefunden. Ausgerufen wurde der Wettbewerb vom Niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Deniz Kurku. Die Abschlussveranstaltung wurde gemeinsam vom Niedersächsischen Landtag, dem Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe sowie dem Bund der Vertriebenen – Landesverband Niedersachsen e. V. realisiert.

Landtagspräsidentin Hanna Naber eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort. Sie hob die hohe gesellschaftliche Relevanz des Themas Flucht und Vertreibung hervor und betonte, wie wichtig es sei, diesen Teil deutscher Geschichte auch jenseits der Erlebnisgeneration in Erinnerung zu halten. Die Beiträge der Jugendlichen zeigten eindrücklich, dass es gelingen könne, historische Erfahrungen in die Gegenwart zu holen und damit Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Präsentation und Auszeichnung der prämierten Videos. Für eine ebenso heitere wie souveräne Moderation sorgte Annie Heger, die sensibel durch das Programm führte. Drei erste Preise – jeweils dotiert mit 300 Euro – gingen an Emma Helene Haus aus Braunschweig, die Klasse 10FL des Gymnasiums Athenaeum Stade sowie an Emilian Heyelmann aus Butjadingen. Darüber hinaus wurden drei zweite und drei dritte Plätze vergeben, die ebenfalls mit Preisgeldern gewürdigt wurden. Insgesamt waren 27 Beiträge aus ganz Niedersachsen eingereicht worden.

Die ausgezeichneten Filme machten deutlich, wie intensiv,  reflektiert und selbständig sich junge Menschen mit den Biografien von Heimatvertriebenen auseinandergesetzt haben – häufig im Gespräch mit Großeltern oder Urgroßeltern. Damit ist es der Veranstaltung gelungen, Generationen in einen Dialog zu bringen, was gerade mit Blick auf dieses Kapitel deutscher Geschichte keineswegs selbstverständlich ist. Hervorgehoben wurde in diesem Zusammenhang auch das Engagement von Geschichtslehrern aus Braunschweig und Stade, die ihre Schülerinnen und Schüler gezielt zur Teilnahme ermutigt haben. Allein vom Hoffmann-von-Fallersleben-Gymnasium in Braunschweig haben Schülerinnen und Schüler sechs Filme beigetragen.

In der anschließenden Diskussion mit den Autoren Werner Sonne und Thomas Kreutzmann, der Historikerin Natalie Reinsch sowie dem jungen Filmschaffenden Michael Eibl wurde der Bogen von historischen Erfahrungen hin zu aktuellen Fragen von Erinnerungskultur und gesellschaftlichem Zusammenhalt gespannt.

Landesbeauftragter Deniz Kurku zeigte sich beeindruckt vom Ergebnis des Wettbewerbs: „Die 27 Einsendungen zeigen eindrucksvoll, dass junge Menschen sehr wohl Interesse und ein feines Gespür für diesen Teil deutscher Geschichte haben. Viele haben in ihren Familien nachgefragt und damit Erfahrungen sichtbar gemacht, die sonst vielleicht verloren gegangen wären.“ Der Wettbewerb habe gezeigt, dass Erinnerung dann lebendig bleibe, wenn sie generationenübergreifend geteilt wird.

Die Abschlussveranstaltung verdeutlichte insgesamt: Flucht, Vertreibung und die Suche nach Heimat sind Themen, die bis heute nachwirken – und junge Menschen bewegen, wenn man ihnen Raum zur Auseinandersetzung gibt.

alle Videos gibt es hier!

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